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Diese Folgen hat der Konsum von Zucker für Ihr Gehirn

"Viele Amerikaner konsumieren fast die fünffache Menge von dem, was gesund für ihren Körper wäre“, sagte Natasa Janicic-Kahric, Professorin am Georgetown University Hospital, der "Washington Post“.

Es ist offensichtlich, warum wir Zucker so sehr lieben. Wir sollten uns allerdings dessen Auswirkungen auf kognitive Fähigkeiten und mentales Wohlbefinden bewusst sein.

Diese möglichen Folgen von zu viel Zuckerkonsum auf ihr Gehirn, sollten Sie kennen:

Zuviel Zucker führt zu einer unkontrollierbaren Lust auf Essen. 
Der Verzehr von Zucker aktiviert – wie jedes andere Lebensmittel – die Geschmacksrezeptoren der Zunge. Es werden jedes Mal Signale an das Gehirn gesendet, ein Schwall an Wohlfühl-Hormonen wie Dopamin ausgeschüttet und es verfestigen sich die im Gehirn angelegten Belohnungspfade. Zucker überfalle regelrecht das Belohnungssystem des Gehirns, erklärte der Neurowissenschaftler Jordan Gaines Lewis dem "Chicago Tribune".

Das Belohnungssystem ab und an mit einem Stück Schokolade zu stimulieren, ist vermutlich unbedenklich – wenn das Belohnungssystem jedoch zu häufig und in zu hohen Maßen aktiviert wird, führt das zu Problemen.

"Das Überaktivieren des Belohnungssystems tritt eine Reihe von Problemen los – Kontrollverlust, Essgelüste, und eine erhöhte Zuckertoleranz“, erklärte die 

Eine Studie hat sogar nachgewiesen, dass das Gehirn von übergewichtigen Kindern bei Zuckerkonsum anders reagiert als das von normalgewichtigen. Es wird vermutet, dass diese verankerte Funktionsweise des Gehirns dazu führt, dass die Kinder ihr Leben lang von der Sucht nach Zucker betroffen sind.

Es beeinträchtigt das Erinnerungsvermögen und die Lernfähigkeit.

Eine Studie der UCLA aus dem Jahr 2012 fand heraus, dass eine zucker reiche Ernährung der Lern- und Erinnerungsfähigkeit schadet, indem sie wortwörtlich das Gehirn verlangsamt.

Die Forscher führten ihren Test an Ratten durch. Bei denjenigen, die zu viel Fruktose (was nur ein anderes Wort für Zucker ist) konsumiert hatten, konnten die Forscher eine beeinträchtigte Aktivität der Synapsen feststellen. Bedeutet: Die Kommunikation zwischen den Gehirnzellen war gestört.

"Insulin ist wichtig für den Körper, um den Blutzucker zu kontrollieren. Im Gehirn spielt es allerdings eine andere Rolle“, sagte die leitende Forscherin Fernando Gomez-Pinilla. "Unsere Studie zeigt, dass eine fruktosereiche Ernährung sowohl den Körper als auch das Gehirn schädigt. Das ist neu.“

Zuviel Zucker kann zu Depressionen und Angstzuständen führen, oder dazu beitragen.

Plötzliche Veränderungen der Blutzuckerwerte können zu Symptomen wie Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, einem vernebelten Kopf und Müdigkeit führen. Wenn Sie beispielsweise einen zuckerhaltigen Donut essen, schießen Ihre Blutzuckerwerte zunächst in die Höhe, fallen kurz darauf aber wieder rapide ab. Eben dann, wenn Ihre Blutzuckerwerte in den Keller sacken, fühlen Sie sich nervös, launisch oder depressiv.

Zucker- und kohlenhydratreiche Lebensmittel beeinträchtigen auch die Neurotransmitter, die dabei helfen unsere Launen zu stabilisieren. Der Verzehr von Zucker setzt den stimmungsaufhellenden Neurotransmitter Serotonin frei. Das ständige Überaktivieren der Serotonin-Ausschüttung kann den begrenzten Vorrat an Neurotransmitter im Gehirn aufbrauchen. Laut Dr. Datis Kharrazian, Autor von "Why Isn’t My Brain Working?“, kann dies zu Depressionen beitragen.

Es wurde auch eine Verbindung zwischen chronisch hohen Blutzuckerwerten und Entzündungen im Gehirn festgestellt. Einige Forscher vermuten sogar, dass chronische Entzündungen im Gehirn Depressionen verursachen können.

Vor allem Teenager sind betroffen von den Auswirkungen von Zucker auf ihr mentales Gleichgewicht. Eine Studie, durchgeführt von Forschern der Emory University School of Medicine an jungen Mäusen, hat kürzlich herausgefunden, dass eine zuckerhaltige Ernährung zu Depressionen und Angstzuständen führen kann.

Forscher fanden auch heraus, dass für Menschen, die sich klassisch amerikanisch, sprich mit viel verarbeiteten Lebensmitteln - die in der Regel viele gesättigte Fette, Zucker und Salz enthalten - ernähren, ein erhöhtes Risiko für Depressionen besteht.

Es ist ein Risikofaktor für altersbedingte Abnahme der kognitiven Fähigkeiten und Demenzerkrankungen

Eine wachsende Zahl an Studien deutet darauf hin, dass zu viel Zucker das Risiko an Alzheimer oder Demenz zu erkranken erhöht. 2013 zeigte ein Forschungsbericht, dass Insulinresistenz und hohe Blutzuckerwerte – die typischen Begleiterscheinungen von Diabetes – mit einem erhöhten Risiko für neurodegenerative Krankheiten, wie Alzheimer, zusammenhängen.

Die Endokrinologin Dr. Medha Munshi sagte der "New York Times“, die Studie liefere "einen Beweis dafür, dass das Gehirn eines der Organe ist, welches durch hohe Blutzuckerwerte beschädigt wird.“

Einige Forscher bezeichneten Alzheimer sogar als "Diabetes dritter Art“. Das deutet darauf hin, dass Ernährung mit dem individuellen Risiko an Alzheimer zu erkranken zusammenhängt.

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei der Huffington Post USA und wurde von Teresa Högele aus dem Englischen übersetzt.

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